Aktuelle Meldung
31.07.2001

Jahreszeitmärkte sind attraktive Wirtschaftsveranstaltungen
Institut für Verhaltensforschung und IHK Saarland präsentieren Studie

Jahreszeitlich veranstaltete Waren-Märkte wie z. B. Frühjahrs-, Palm-, Oster-, Pfingst- und Herbstmärkte (sog. Krämermärkte) erweisen sich als wichtige Plätze für Kauf- und Kommunikationserlebnisse. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung, die das Institut für Konsum- und Verhaltensforschung an der Universität des Saarlandes (Direktor: Prof. Dr. Peter Weinberg) im Auftrag der IHK Saarland und in enger Zusammenarbeit mit dem Handelsverband der Marktkaufleute Süd-West e. V. durchgeführt hat. Ziel der Analyse war es, die Attraktivität der Märkte zu analysieren und aufzuzeigen, welche Verbesserungen zur Steigerung der Qualität noch möglich sind. Die Studie wurde von der IHK im Rahmen der Mittelstandsförderung finanziert. Nach Erhebungen des Statistischen Landesamtes werden im Jahr 2001 insgesamt 65 solcher Märkte gehalten. Der traditionelle St. Wendeler Palmmarkt am 5. April und der traditionsreiche St. Ingberter Ostermarkt am 9. April 2001 waren Testmärkte der Analyse. Die wichtigsten Ergebnisse:

  1. Die Märkte werden von den Besuchern grundsätzlich sehr positiv wahrgenommen: Ca. 72 Prozent der Befragten schätzen die Märkte als insgesamt gut bis sehr gut ein, fast die Hälfte (47,5 Prozent) hat den Markt bereits weiterempfohlen und ca. 92 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zu mehr als einem Markt pro Jahr gehen.
  2. Die Märkte ziehen Kunden auch für ortsansässige Geschäfte in die Innenstädte. Knapp ein Drittel der Befragten (31,7 Prozent) gaben an, dass sie ohne den Markt nicht in die Stadt gefahren wären. 71,8 Prozent wollten den Besuch wahrscheinlich auch zum Einkaufsbummel nutzen und 40 Prozent sahen es sogar als wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich an, dass sie an einem Markttag auch in den ortsansässigen Geschäften mehr einkaufen als sonst.
  3. Die Kunden zeigten sich mit der Organisation und dem Angebot der Märkte weitgehend zufrieden, allerdings fänden ca. 61 Prozent der Befragten ein Rahmenprogramm gut.
  4. Die Branchen, die als besonders wichtig für einen Markt angesehen werden, sind vor allem: - Geschenkartikel - Produktneuheiten - Glas, Keramik, Porzellan - Textilien - Haushaltswaren.
  5. Die am meisten beachteten Werbemittel und Werbeträger sind: - Printmedien: Presseartikel (Tageszeitungen und Wochenblatt) sowie Anzeigen (Tageszeitungen und Wochenblatt) - Plakate (allerdings mit deutlichem Abstand)
Das Institut für Konsum- und Verhaltensforschung hat aus den Ergebnissen vor allem folgende Handlungsempfehlungen abgeleitet:
  1. Stärkere Positionierung der Märkte als soziales Event und Freizeit-Ereignis
  2. Hinweise auf Informationen im Internet
  3. Optimierung des Sortimentsmixes: - Wichtigste Branchen verstärken: Herausstellung von Produktneuheiten, Ausbau der relevanten Branchen, Geschenkartikel/Produktneuheiten, Beibehaltung der Branchenvielfalt - Branchen, die vermisst werden, ausbauen: Kunsthandwerkgewerbe (mit Künstlern, die ihre Objekte auf dem Markt herstellen), Geschenk- und Dekorationsartikel.
  4. Individuelle Warenpräsentationen verbessern, Dekoration und Integration von Produktneuheiten
  5. Gezielte Ansprache jüngerer Zielgruppen: - besonders guter Service und gute Beratung für jüngere Zielgruppen, - stärkere Kommunikation von Qualität und Garantieleistungen u. a. Information über Umtauschrecht bei anderen Märkten, an denen verkaufende Markthändler teilneh- men, - Ausbau der Branchen, die für jüngere Besucher relevant sind: Schmuck/Uhren/ Accessoires, Kosmetik/Drogerieartikel, Bücher
Weitere Informationen bei der IHK Saarland, Rosemarie Kurtz, Telefon (06 81) 95 20-2 01, Fax (06 81) 95 20-2 88
sowie unter www.ikv.uni-sb.de/service/downloads/downloads.htm.


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